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Zur Reaktivkraft: Plyometrie
Gliederung:
1.0 Zur Einordnung des plyometrischen Krafttrainings
1.1 Beschreibung einer reaktiven Arbeitsweise
1.2 Wirkungsbereich der plyometrischen Trainingsintervention
1.3 Die Entwicklung des plyometrischen Krafttrainings
2.0 Zur Funktionsweise reaktiver Bewegungsabläufe
2.1 Anatomisch-biomechanische Besonderheiten
2.2 Physiologische Prinzipien
2.2.1 Grundprinzip des Dehnungs-Verkürzungs-Zyklus
2.2.2 Monosynaptischer und polysynaptischer Dehnungsreflex
2.2.3 Funktion der Muskelspindeln und der Golgi-Sehnenorgane
3.0 Trainingsprinzipien des plyometrischen Trainings am Beispiel
des Tiefsprungtrainings
3.1 Voraussetzungen
3.2 Anwendungsbereiche
3.3 Belastungsnormative
3.4 Effizienz
4.0 Übungsvorschläge
5.0 Literaturverzeichnis
6.0 Anhang: Grundlagen einer Muskelkontraktion
1.0 Zur Einordnung des plyometrischen Krafttrainings
1.1 Beschreibung einer reaktiven Arbeitsweise.
Bei der Beschreibung muskulärer Arbeitsweisen sind systematisch drei
Varianten zu unterscheiden. Die isometrische (statische) Kontraktion ist
gekennzeichnet durch eine muskuläre Spannungssteigerung gegen einen
unbeweglichen Widerstand, ohne daß sich die Länge des Muskels dabei
ändert. Eine konzentrische (überwindende) Muskelkarbeit bewegt eine
Last, deren Gewichtskraft den Betrag der Maximalkraft des Übenden nicht
überschreiten kann. Bei dieser Bewegung verkürzen sich die arbeitenden
Synergisten, z.B. m.brachialis und m.biceps brachii bei der Beugung des
Ellenbogengelenks.
Die exzentrische (nachgebende) Arbeitsweise eines Muskels wird bedingt
durch eine Verlängerung der arbeitenden Muskulatur und kann deshalb auch
mit einer Last funktionieren, deren Gewicht über das Maximalkraftniveau des
Übenden hinausgeht. So wird beispielsweise beim desmodromischen
Krafttraining ein unüberwindbarer Widerstand maschinell bewegt, den der
Überwindende mit aller willkürlich erzeugbaren Kraft aufhalten oder
zumindest verlangsamen soll.
Dem reaktiven Krafttraining, bzw. dem plyometrischen
Training[1] liegt eine kombiniert
exzentrisch-konzentrische Bewegungsform zu Grunde. Dies läßt sich
anschaulich an der Grundbewegung des Absprungs im Sport erklären.
Zunächst erfolgt mit Aufsetzen des Sprungbeines als Reaktion auf den dabei
auftretenden Kraftstoß eine Dehnung der Sprungmuskulatur (m.
gastrocnemius, m. soleus, m. quadriceps femoris u.a.), die sich dann
möglichst schnell (nach einer Amortisationsphase von 50 - 100 ms) in der
konzentrischen Arbeitsphase kontrahieren soll. Wie dieser Dehnungsprozeß
der Sprungmuskulatur genau abläuft wird noch zu klären sein.
Festzuhalten bleibt erstens, daß sich nach einer exzentrischen Phase, in
der der Muskel an Länge und Tonus zunimmt, weitgehend verzögerungsfrei
eine konzentrische Arbeitsweise anschließen muß, die im Sprung die
eigentliche Zielbewegung ausmacht. Zweitens ist die Amortisationsphase so kurz,
daß die nachfolgende Kontraktion nicht willkürlich innerviert werden
kann. Der diesem Phänomen zu Grunde liegende Mechanismus wird in Kapitel
2.2.1 behandelt.
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