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Die Myofibrillen sind kleine Zellorgane, die die Muskelzelle zur
Spannungsentwicklung befähigen. Es handelt sich dabei um lange parallel
angeordnete Eiweißketten, die in der Längsrichtung von einem Ende der
Muskelzelle zum anderen ziehen, wodurch die vielen Zellkerne in die Peripherie
abgedrängt werden.
Die Myofibrillen, von denen etwa 1000 eine Muskelzelle oder -faser bilden,
werden durch abwechselnd nebeneinander angeordnete helle (I-Band) und dunkle
Zonen (A-Band) gebildet. Die so entstehende Querstreifung hat ihren Ursprung in
den kleinsten funktionellen Grundbausteinen des Muskels - den Sarkomeren. Diese
sind ca. 2,5 µm lange Eiweißzylinder, die miteinander durch
sogenannte Z-Scheiben (Zwischenscheiben) zur langen Gliederkette der Myofibrille
verbunden sind. Jedes Sarkomer besteht aus zwei Gruppen komplex aufgebauter
Eiweißmoleküle, den “dünnen Eiweißfäden”
(Aktinfilamente) und den “dicken Eiweißfäden”
(Myosinfilamente). In der Myofibrille sind jeweils sechs Aktinfilamente um ein
Myosinfilament angeordnet.
Die Arbeitsweise dieser Einheiten zur Erzeugung mechanischer Spannung versucht
die Gleit-Filament-Theorie von A.F. HUXLEY zu erklären:
Angeregt durch nervöse Impulse (Tetanus als Summierung vieler
Aktionspotentiale pro Sekunde) ziehen die Myosinfilamente die Aktinfilamente von
beiden Seiten in die Mitte des Sarkomers. Die Länge der Filamente
ändert sich dabei nicht; nur die des Sarkomers wird verringert und erzeugt
somit mechanische Spannung. Der Kontakt des Myosins mit dem Aktin erfolgt
über die Myosinköpfchen, die sich mit dem Aktinfilament verbinden
(Myosinköpfchenbrückenbildung). Dieser Kontakt bleibt beim
Dehnungsreflex (vgl. Energie-speicherung in den SEK) zwischen 15 und 120 ms
bestehen.
Da die Zugrichtung an beiden Enden des Myosinfilaments entgegengerichtet
ist, werden die Aktinfilamente durch die Kippbewegung der eingerasteten
Myosinköpfchen von beiden Seiten auf die Mitte des Sarkomers zugezogen, so
daß das Sarkomer insgesamt kürzer wird. Ein einziger dieser
Reaktionszyklen bewirkt lediglich eine Kontraktion des Sarkomers um 1%. Um die
mögliche Verkürzung von 30% der Ruhelage des Sarkomers zu erreichen,
sind höchst koordinierte Wiederholungen dieses Vorgangs nötig, indem
sich Myosinköpfchen lösen (einige müssen den Kontakt halten) und
phasenverschoben wieder einrasten -> Tauziehprinzip. Der koordinativ
kumulierte Effekt dieses Vorgangs bewirkt die Muskelkontraktion.
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